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Bogensport
8. Berliner Open

ASC-Bogenschützen geben Debüt bei internationalem Preisgeldbogenturnier

Nein, Niedersachsen ist nicht genug. Hessenchampionat reicht uns nicht. Also dann - ab nach Berlin. Dort fanden von Freitag den 14. bis Sonntag den 16. Dezember die 8. Berliner Open unter dem Motto „Breitensport trifft Elite“ statt.

Für dieses internationale Preisgeldbogenturnier, dem größten seiner Art in Deutschland, zog es über 430 Schützen in die fast nagelneue Stadthalle in Falkensee bei Berlin. Um die Klassen übersichtlich zu halten, konnten sich die Schützen nur in den Klassen Recurve und Compound (jeweils Damen und Herren) sowie Para Recurve und Compound (ARST, W1, W2, W3) melden. Geschossen wurden 60 Pfeile in zwei Runden auf Dreier-Spots Auflagen auf eine Entfernung von 18 Metern. Das Feld wurde in vier Startergruppen je 30 Scheiben eingeteilt. Die Top 32 Schützen der Qualifikationsrunden (bei Para: Top 4) konnten ihr Ticket für die am Sonntag stattfindenden Finalrunden lösen und selbst dafür musste der 32. Platz schon mit dem ein oder anderen Stechpfeil nach Ringgleichstand entschieden werden. Für die oberen Platzierungen gab es eine nicht ganz unerhebliche Summe an Preisgeld von insgesamt 15.000 €. Diejenigen Schützen, die sich nicht qualifiziert hatten, konnten am Sonntag in der Second Chance ihr Glück versuchen und diverse Sachpreise von Kleinteilen bis zu ganzen voll ausgerüsteten Bögen gewinnen! Für die Second Chance mussten 15 Pfeile in je drei Fünfer-Passen auf einer abgewandelten Auflage platziert werden.

Nun ein kleiner Erlebnisbericht:
Wir, sieben mutige ASC-Schützen und unser Vereinsfreund Fabian Lieke vom BSC Clauen, haben uns dieser Aufgabe gestellt und den weiten Weg am Wochenende des dritten Advent auf uns genommen. Begleitetet wurden wir von den Familien Wang, Haupt, Slavoudis, Theuer und von Hauke Kuhlmann. Mit Pfeil und Bogen waren dabei: Jan und Stella Benseler, Sara Drunkemühle, Isabel Haupt, Christian Hoffmann, Meihuan Wang und Efstratios Slavoudis (a.k.a. Strati).

Für die meisten von uns war es das erste freie Preisgeldturnier mit einem solchen Ausmaß überhaupt. Obwohl wir erst am Samstag in unseren Qualifikationsrunden an den Start mussten, nahmen wir alle die Anreise per Auto oder Bahn noch am Freitag auf uns. Ein erstes vollständiges Gruppentreffen gab es also schon am Abend gegen 18:00 am Austragungsort. Vorbildlich registrierten wir uns und nahmen die ersten Erkundungen in der Halle mit großem Respekt und andächtigem Staunen vor. Die letzten Details wurden danach in einem lokalen griechischen Restaurant beim Abendessen in gemütlicher Runde besprochen. Das verbreitete viel Mut und Zuversicht, die wir auch ganz gut nötig hatten.

Die Ersten von uns mussten schon früh um 8:30 an den Start. Das bedeutete auch, dass man schon vorher eine Bogenkontrolle durchgeführt haben musste. Es ist schon ein Höllenunterschied, ob man seinen Bogen gemütlich in einer Sporthalle zur Vereins- oder Kreismeisterschaft aufbaut und gemächlich seinen Platz einnimmt oder ob dies alles in einer zweistöckigen Stadthalle, sprich ungewohnter Umgebung, mit hunderten herumwuselnden Schützen, einer Hand voll Ausstellern und Medienvertretern passiert! Es gab bei der Berlin Open sogar einen eigenen Trainingsraum, in dem man sich gesondert vorbereiten konnte. Es ist schon etwas ganz Besonderes bei so einem großen Turnier dabei zu sein und es kostet einiges an Nerven. Die Recurve Herren (Strati, Christian und Jan) haben sich bei insgesamt 130 Startern wacker geschlagen und mit dem ein oder anderen Miss und vor allen Gliedmaßen, die einfach nicht still halten wollten, zu kämpfen gehabt. Strati konnte mit 481 Ringen den 108. Platz belegen. Christian errang mit 489 Ringen Platz 103 und Jan erkämpfte sich mit 396 Ringen den 121. Rang bei diesem internationalen Turnier. Fabian platzierte sich mit glatt 500 Ringen auf den 96. Rang. Unter die Top 32 Schützen kam man erst mit 560 Ringen, was im Vergleich noch über dem Qualifikationslimit für die Deutschen Meisterschaften in der Halle liegt. Dies zeigt mit welcher Klasse in Berlin Bogen geschossen wurde!

In der Recurve Damen Klasse starteten die jungen Schützinnen Isabel, Stella und Meihuan, die sich auf die 3er Spot Auflagen mit den gesamten „Damen“ messen mussten! Sie erreichten dabei spitzen Leistungen! Isabel belegte am Ende den 43. Platz mit 528 Ringe und es fehlten nur acht Ringe zu Platz 32 und dem Finaleinzug. Meihuan erkämpfte sich starke 480 Ringe und damit Platz 69. Drei Plätze hinter ihr folgte Stella Benseler mit soliden 470 Ringen (72. Platz). In der fünften Qualifikationsgruppe waren nun alle Augen auf Sara mit ihrem Compound gerichtet. Unter starken Konkurrentinnen konnte sie mit einer bravurösen und konstant hohen Leistung den 21. Rang mit 558 Ringen belegen. Das bedeutete FINALE am Sonntag Morgen bei den Compound Damen für eine ASC-Schützin! In diesem schlug sie sich wacker, musste sich am Ende jedoch leider im Sechzehntelfinale ihrer Kontrahentin, Sandra Albrecht, mit 141 gegen 139 Ringen geschlagen geben. Für alle anderen Teilnehmer hieß es nun Second-Chance, wobei in einer entspannten Atmosphäre mit viel Spaß um die Sachpreise gekämpft wurde. Obwohl wir dort nichts gewinnen konnten, war es eine tolle Erfahrung, dieses freiwillige zusätzliche Event bestritten zu haben. Parallel dazu konnten die Top-Finals in einer extra vorbereiteten Finalhalle bestaunt werden.

Was bleibt? Ein unermesslicher Schatz an Erfahrungen, an dem alle Teilnehmer nur wachsen konnten. Viele neue (und einige alte) Bekanntschaften und das nicht nur an der Schießlinie. Wann schießt man schon mal neben einem zweifachen Paralympics Gewinner und kann sich in den Pausen über alles austauschen, was einem gerade auf den Nägeln brennt? Wann kann man den Umgang mit der elektronischen Zielerfassung lernen? Wo gibt es ein anderthalbstündiges freies Mentaltraining speziell für Bogenschützen? Wo erfährt man, dass auch nach jahrzehntelanger Bogenerfahrung, die ersten Wertungspfeile immer die schwersten sind und bleiben? Und wann kann man vielen internationalen Topschützen, drei Tage lang über die Schulter schauen und von deren wunderschönen Schussabläufen im Finale lernen und staunen? Und schlussendlich, wo hat sich der ASC Göttingen mal wieder wacker geschlagen und würdevoll von seiner besten Seite gezeigt? Wir wissen es: Am dritten Adventswochenende 2018 bei der 8. Berlin Open in Falkensee bei Berlin. Und eins wissen wir auch schon, im nächsten Jahr findet es am selbigen Wochenende statt, da dieses Turnier nach einjähriger Pause wieder als festes Event im deutschen Bogensportkalender etabliert werden soll. Es steht wohl außer Frage, dass wir da wieder hin „müssen“… ☺

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