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Philippinische Kampfkünste
Aktivitäten

Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungsseminar für die „Offenen Hilfen Ludwigshafen/Rhein“

„Man muss laut `Stopp`sagen!“, empfiehlt einer der Teilnehmer, „Und weggehen!“, ergänzt eine andere Teilnehmerin. Weitere melden sich mit Ideen und guten Vorschlägen, wie man eine Auseinandersetzung vermeiden könnte.

Die beiden ReferentInnen Sibylle Hesse und Steffen Blickle, die gerade ein Rollenspiel vorgeführt haben, um die Entwicklung eines Konflikts und entsprechende Lösungsmöglichkeiten zu reflektieren, merken sehr schnell, dass schon einiges an Wissen vorhanden ist.

Die acht TeilnehmerInnen hatten sich Anfang November 2018 auf den weiten Weg nach Göttingen gemacht, um im Rahmen einer von den „Offenen Hilfen Ludwigshafen“ organisierten Freizeitfahrt an einem Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungsseminar des Fachbereichs „Philippinische Kampfkünste“ im „ASC Göttingen von 1846 e.V.“ teilzunehmen.

Nachdem zu Beginn des ersten Teils des zweitägigen Seminars die Gründe und Ursachen für Auseinandersetzungen gemeinsam reflektiert wurden, legten die ReferentInnen das weitere Augenmerk auf die praktische Umsetzung der ebenfalls erarbeiteten Lösungsstrategien. So lernten die TeilnehmerInnen in PartnerInnenübungen u.a. ihre eigenen, persönlichen Grenzen wahrzunehmen und sich bei einer Überschreitung dieser durch Stimme und Gestik laut und aktiv zu behaupten. Eine weitere praktische Übung vermittelte Möglichkeiten, um als dritte Person in einer Auseinandersetzung zu intervenieren und aktiv zu helfen, ohne sich dabei selbst zu gefährden.

Den Abschluss bildete eine Übung aus dem für die Philippinischen Kampfkünste typischen Stockkampf. Hierbei wurden zuerst zwei Schläge mit dem Stock trainiert, um mit diesen großen, runden Bewegungen ein Gefühl für die Körperdynamik zu entwickeln und anschließend zum Training der Koordination mit einer einfachen Schrittarbeit verbunden. Zudem wurden die vorher mit dem Stock ausgeführten Bewegungsabläufe eins zu eins auf die waffenlose Selbstverteidigung übertragen. Beim Schlagen mit den offenen Händen auf Schlagpolster merkten vor allem die schüchternen TeilnehmerInnen schnell, welche Kraft in ihnen steckt.

Der thematische Schwerpunkt des zweiten Tages lag auf den richtigen Verhaltensweisen gegenüber Fremden. Nach einem Einstieg über ein kurzes Rollenspiel teilten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in geschlechterhomogene Gruppen auf, um grenzüberschreitende Situationen, denen Männer oder Frauen spezifisch ausgesetzt sein könnten, zu reflektieren. So tauschten sich TrainerInnen und TeilnehmerInnen über „Anmach“-Situationen im öffentlichen Raum, aber auch über das richtige Verhalten bei Kontaktaufnahmen im Internet aus. Auch hier stand anschließend die praktische Umsetzung von konkreten Handlungsstrategien im Vordergrund. So wurde beispielsweise für die Teilnehmer in der Kleingruppe eine Situation geschaffen, in der sie an einem pöbelnden Unbekannten vorbeigehen mussten, ohne sich auf eine Ansprache einzulassen.

Im letzten Teil des Seminars wurden die am Vortag erlernten Stocktechniken wiederholt und wiederum auf die waffenlose Anwendung übertragen. Da diese Techniken im „Pekiti-Tirsia Kali“ (eine der philippinischen Stilrichtungen) sowohl für Angriff als auch für Verteidigung genutzt werden können, setzten die TeilnehmerInnen diese in einer abschließenden Übung nun ein, um das Greifen durch eine andere Person frühzeitig abzuwehren und sich rasch aus der Situation entfernen zu können.

In der abschließenden Feedbackrunde konnten sich die ReferentInnen Steffen Blickle und Sibylle Hesse über viel Lob und ein Abschiedsgeschenk der Gruppe freuen.

Wir möchten der „Offene Hilfen gGmbH der Lebenshilfe Ludwigshafen/Rhein“, insbesondere Nina Jungkind, ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit danken! Ein weiteres großes Dankeschön gilt den Teamerinnen, die mit sehr viel Engagement dieses Wochenende gestaltet haben!

Text: Steffen Blickle

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