Bewegung gegen Krebs
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Bewegung gegen Krebs

Gesundheitssport
Unser Übungsleiter Raimond berichtet, wie unsere Onkologie-Kurse durch Bewegung, Motivation und Gemeinschaft unterstützen können.

Eine Krebsdiagnose ist ein Einschnitt, der nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche stark fordert. In dieser herausfordernden Zeit kann Bewegung körperlich, mental und sozial ein wichtiger Anker sein. Unsere Onkologie-Kurse richten sich an Menschen in unterschiedlichen Phasen der Therapie oder Nachsorge und werden von speziell geschulten Übungsleiter:innen begleitet.

In diesem Interview erzählt Raimond, einer unserer Übungsleiter, warum er die Onkologie-Kurse leitet, welche besonderen Herausforderungen und Chancen die Arbeit mit Krebspatient:innen mit sich bringt und welche Rolle Bewegung im Alltag und im Therapieprozess spielt.

Warum bist du Übungsleiter für die Onkologie-Kurse geworden?

Raimond: Ich habe meine Masterarbeit über das Thema geschrieben und dann gab es intern beim ASC den Aufruf für einen Onkologie-Kurs oder Reha-Nachsorge. Da habe ich mich gemeldet und gesagt: „Ich bin euer Mann, wenn ihr mich wollt.“

Wie empfindest du die Arbeit mit Krebspatient:innen im Vergleich zu deinen anderen Sportkursen?

Raimond: Generell schwingen hier mehr Dinge mit. Es ist schon etwas anderes als bei einer kaputten Hüfte oder einem Bandscheibenvorfall. Viele Betroffene tragen große psychische Belastungen mit sich. Die Krebsdiagnose stellt ihr Leben auf einmal auf den Kopf. Manche fühlen sich allein gelassen, abhängig davon, wie gut sie aufgeklärt oder weitergeleitet werden. Mit einer Rückenverletzung kann man oft relativ schnell wieder in den Alltag zurückfinden. Bei Krebs ist das deutlich schwieriger.

Beobachtest du eine Veränderung bei den Teilnehmenden mit der Zeit?

Raimond: Das ist bei Onkologie-Kursen ein bisschen anders. Die Teilnehmenden sind in verschiedenen Stadien, teilweise mitten in Chemo oder Bestrahlung. Fortschritte sind daher schwer zu messen, weil sie auch tagesformabhängig stark schwanken. Gleichbleibende Phasen sind aber auch ein Erfolg. Nachteile durch die Bewegung habe ich bisher noch nie erlebt.

Wie wichtig ist Bewegung für Krebspatient:innen?

Raimond: Bewegung hilft, Motivation aufzubauen und den Alltag wieder zu meistern. Gerade in der Gruppe ist sie enorm wertvoll. Auf dem Sofa zu warten, dass sich etwas verändert, hilft nicht – aktiv werden schon.

Was gibt es dir als Übungsleiter, die Onkologie-Kurse zu leiten?

Raimond: Es ist sehr wertvoll, Menschen in einer schwierigen Situation zu begleiten. Ich kann Ansprechpartner sein, Motivation geben und beobachten, wie Teilnehmende kleine Fortschritte machen. Auch der Austausch untereinander ist enorm wichtig - Kontakte knüpfen, Erfahrungen teilen. Die meisten wissen noch gar nicht, wie gut Bewegung ihnen helfen kann, und ich sehe, wie wertvoll es für sie ist.

Was würdest du Menschen sagen, die überlegen, Übungsleiter für Onkologie-Kurse zu werden?

Raimond: Viele haben zunächst Respekt, weil sie nicht wissen, wie sie mit den Teilnehmenden umgehen sollen. Meiner Erfahrung nach brauchen sie keine Angst zu haben: Die Menschen haben die gleichen Wünsche und Bedürfnisse wie andere Reha-Patient:innen. Man muss nur etwas sensibler sein und wissen, wie die Tagesform die Leistungsfähigkeit beeinflussen kann. Hintergrundwissen kann man sich relativ leicht aneignen, zum Beispiel über Fachliteratur oder Fortbildungen.

Du hast Interesse an unseren Onkologie-Kursen oder möchtest Übungsleiter:in werden? Dann melde dich bei uns! Wir freuen uns, von dir zu hören.