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Bronze für Bogenschützin Flora Kliem bei den Berlin Open 2019

Was für ein Wochenende für neun mutige ASC Bogenschützen: Wie auch im letzten Jahr hatten einige Bogenschützen nach den Kreismeisterschaften einfach nicht genug vom Bogensport und beschlossen, sich auf dem internationalen Hallenturnier „Berlin Open 2019“ mit den Besten der Besten zu messen.

Die Berlin Open fanden in diesem Jahr im Horst-Korber-Sportzentrum am Olympiastadion in Berlin statt, wobei mehr als 450 Schützen aus über 30 Nationen um die Platzierungen kämpften. Wir können jedem Freund des Bogensports nur raten, sich dieses Highlight der Bogenhallensaison einmal aus der Nähe anzuschauen. Falls man noch nicht tollkühn genug ist bzw. das letzte Quäntchen Verrücktheit noch fehlt, direkt als Schütze um das Preisgeld und Prestige mitzukämpfen, so lohnt sich der Besuch als Zuschauer allemal.

Am Freitagabend traf sich erst einmal die eingeschworene ASC-Bande zur Lagebesprechung (a.k.a. Abendessen) in einem Berliner Restaurant. Unsere mutigen Schützen (Alexia und Efstratios Slavoudis, Jan und Stella Benseler, Paul Kupke, Lilian Perkaus, Sara Drunkemühle, Meihuan Wang und Flora Kliem) wurden von ihren treuen Supportteams bestehend aus Familie und Freunden begleitet. Gefeiert werden konnte nicht lange, da am Samstagmorgen schon die ersten Pfeile für die Qualifikationsrunde fliegen mussten.

Aufregend ging es für unsere jungen Kadettenschützen zur Sache. Anstatt ihrer gewohnten größeren Auflagen mussten sie auf die schwierige 3-fach Auflage (Spots) schießen. Diese ist sonst nur den Erwachsenen vorbehalten und somit hieß es „Kein Handicap für die Kleinen (Großen)“. Umso mehr staunten wir nicht schlecht, dass einige Schützen Ringzahlen auf die Scheiben brachten, von denen so manch ein Erwachsener nur träumen kann. Meihuan katapultierte sich nervenstark auf einen unglaublichen vierten Platz mit 509 Ringen in der Cadett Woman Klasse. Damit löste sie ihr Finalticket (Top 8) für den Finalsonntag. Lilian erkämpfte sich bravourös den 9. Platz mit starken 459 Ringen und verpasste somit denkbar knapp den Finaleinzug. Alexia schlug sich wacker mit den garstigen Spot-Auflagen und sicherte sich am Ende mit 374 Ringen den 13. Platz. Unser Cadett Men, Paul, zeigte eine beeindruckende Leistung mit 472 Ringen und belegte den 16. Rang. In Anbetracht der direkten Vergleichbarkeit ihrer Ergebnisse (Auflage und Entfernung) mit denen der Erwachsenenklassen zeugt dies von einer ausgezeichneten Qualität unserer jungen Bogenschützinnen und Schützen. Stella konnte sich ebenfalls einen Finaleinzug mit Platz 12 und starken 490 Ringen in der Klasse Recurve Juniorinnen sichern. Jedoch war Stella am Finalsonntag noch für Höheres bestimmt…

Bei den Recurve Männern gingen Strati und Jan an den Start. Jan kämpfte mit sich und mit dem Bogen. Er gab jedoch nicht auf, behielt sich sein Lächeln und errang mit viel Demut den 101. Platz mit 331 Ringen. Bei Strati sah es völlig anders aus. Persönliche Bestleistung mit 541 Ringen in der Halle eingestellt und ohne ein „Miss“ durch die Qualifikation. Eine hervorragende Vorstellung. Am Ende belohnte er sich mit dem 46. Rang und arg weit bis zu den Top 32 ist es dann ja auch nicht mehr. In der Klasse der Compound Damen erreichte Sara mit 548 Ringen den 21. Platz und auch hier hieß es „Finale am Sonntag“. Flora, unsere Kaderschützin für Niedersachsen und deutsche Meisterin im Parabogensport in der Klasse Recurve Damen, brillierte mit starken 527 Ringen in der ParaOpen-Klasse. Damit war das vierte Finalticket für die ASC-Vereinsschützen gelöst.

Der Finalsonntag war ein einziges Auf und Ab der Gefühle. Meihuan, Stella und Sara mussten sich leider schon allen ihren Gegnern in der ersten Finalrunde geschlagen geben. In beiden Recurve-Partien ging es 2-6 nach Satzsystem aus. Bei Sara war es denkbar knapp und erst der letzte Pfeil entschied das Match zu Gunsten des Gegners (137 vs. 139 Ringe). Im kleinen Finale (2nd Chance) bei der alle „nicht-Finalisten“ gegeneinander antreten konnten, versuchten Strati und Jan noch einmal ihr Glück und belegten dabei die Plätze 18 (Strati: 127 Ringe) und 59 (Jan: 69 Ringe).

Aber was ist mit dem vierten Finalticket? Es folgte ein wahrer Krimi. Es begann damit, dass Flora sich durch einen 7-1 Sieg im Viertelfinale den Einzug in das Halbfinale sicherte. Dies bedeutet bei der Berlin Open den „Umzug“ auf die Hauptbühne, Live-Übertragung auf YouTube und natürlich „überhaupt keinen“ zusätzlichen Druck. Wir also auf den Rängen der Tribüne, Flora im Rampenlicht und Stella als Freundin und „Coach“ mit ihr auf dem internationalen Parkett. Wir waren nie stolzer unser ASC-Shirt zu tragen. Im Halbfinale musste sich Flora ihrem Gegner Martin Chaloupsky mit 0 zu 6 geschlagen geben. Dies war aber noch nicht das Ende, da noch der dritte Platz ausgeschossen werden musste. Nach anfänglicher 5-1 Führung von Flora in dem Bronzefinale konnte ihr Gegner jedoch nervenstark zum 5-5 ausgleichen. Dies bedeutete ein einziger Stechpfeil entschied nun zwischen Sieg oder Niederlage, Bronze bei einem internationalen Turnier oder der Holzmedaille, Preisgeld oder dem finanziellen Nichts. Andreas Kretzer begann das Stechen und sein Pfeil landete in der 8. Nun war Flora an der Reihe und wir als Zuschauer dem Zusammenbruch nahe. Die Zeit dehnte sich auf unangenehme Weise und das Geräusch des Einschlags kam uns selbst schon wie eine Erlösung vor, da wir wussten, dass jetzt wenigstens die Entscheidung da war. Nun, auch Floras Pfeil landete in der 8 – ein Raunen – und sofort wurden alle verfügbaren Ferngläser gezückt. Der Kampfrichter erlöste uns dann nach gefühlt quälenden Minuten mit der Entscheidung, dass Floras Pfeil dichter am Zentrum lag! Dritter Platz – Bronze für Flora! Sie brauchte einige Minuten um dies zu verarbeiten. Es ist ihr erster internationaler Titel und wir sind mächtig stolz. Und obwohl sie als Kaderschützin im Kaderteam („BSN/Para Bogensport“) und daher auch im grünen Trikot startete, gibt es eine gut belegte Quelle, die besagt, dass bei ihr im Herzen trotzdem alles Blau war. Danke!

Kurzum ein furioses Bogenwochenende der ASC Schützen in Berlin. Wer es geschafft hat den Bericht bis hierhin zu lesen, verdient auch vom Autor hier ein besonderes Lob. Weitere Danksagungen gehen an den Ausrichter der Berlin Open 2019 für ein gelungenes und professionelles Bogenturnier. Und natürlich an alle Mitglieder, Trainer, Unterstützer des ASC 1846 Göttingen ohne die diese Geschichten einfach nicht geschehen würden.

Alle Ergebnisse findet ihr unter:http://www.berlin-archery.de/Infos.html

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